Fritz Katers Stück erzählt deutsche Geschichte aus einer ganz eigenen Perspektive. Das Stück ist eine andere, überraschende Art der Reflexion über die Wunden des Krieges. Es geht um „normale“ Menschen, keine Helden der Geschichte. Agenten ihrer selbst. Vielleicht vergleichbar mit Fassbinder-Figuren: Menschen machen Geschichte, ohne dass ihnen das so richtig bewusst ist. Das hat mich im Kern berührt. Der 2. Weltkrieg wird oft nur moralisch reflektiert; das ist hier nicht der Fall. Es gibt keine Betroffenheit. Das Stück ist eher ein Vexierbild der Geschichte, das sich auch nach und nach nicht zu einem Ganzen zusammenfügt. Spuren der Geschichte, Versehrtheiten, verletzte Identitäten setzen sich in dieser „kriegsfuge“ fort über den langen Zeitraum von 1941 bis 1989. Sie klingen nach, wiederholen sich, werden weitergegeben. Eine Geschichte wie ein Krimi.

–Jossi Wieler